* 21. Juni 1856 – 7. Dezember 1931
Isidor Wilhelm wurde am 21. Juni 1856 als erstes Kind des Schneidermeisters Johann Friedrich Wilhelm und seiner Frau Elisabeth Margarethe im Hahnschneidershaus in Lauenstein geboren.
Sein Leben wurde von zwei Gegebenheiten geprägt: von seiner universellen musischen Begabung und von den Realitäten des Lebens einfacher Menschen im 19. zum 20. Jahrhundert.
Von Kind auf war er Tafelmacher, wurde Soldat, lernte Maurer und durchwanderte Deutschland, die Alpenländer und Italien. Er begann zu malen, schrieb Sagen und Erzählungen nieder und drückte sein Erleben immer mehr in Versen, in Gedichten aus. Mit der Ludwigsstädter Heimatdichterin Rosa Meinhardt verband den fast dreißig Jahre Älteren eine herzliche Freundschaft. Isidor Wilhelm war Autodidakt. Er studierte in den Hörsälen der Natur. Seine Semester waren Wanderungen, in seinen Klausuren schrieb er Gedichte. Das Diplom „Herold der Mantelburg“ oder auch „Volks- und Heimatdichter“ wurde ihm zu Recht verliehen.
In Nürnberg lernte er seine Frau Anna kennen. Drei Kinder wurden ihm geboren. Im Gegensatz zu seinem Vater erkannte und förderte Isidor deren Talente und Neigungen unter großen Entbehrungen – aber mit Erfolg:
Sohn Hermann,
in Lauenstein geboren, wurde Kunstmaler und Schriftsteller, Dozent, o. Professor und Vizepräsident an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg – verstorben 1970;
Sohn Richard
wurde Bauingenieur im Nürnberger Stadtbauamt, verstorben 1972;
Tochter Luise
wurde Kunstgewerblerin und Lehrerin; verstorben 1986 im Hahnschneidershaus in Lauenstein.
Am 7. Dezember 1931 beendete Isidor Wilhelm seine Wanderungen und kehrte endgültig nach Lauenstein zurück. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof in Lauenstein.
Das Werk von Isidor Wilhelm ging zum größten Teil in den Bombennächten des zweiten Weltkrieges in Nürnberg verloren. Der erhalten gebliebene Teil seines Schaffens wurde in dem Gedichtbändchen „Gehʼ hin nach Lauenstein“ zusammengefaßt, das im Juni 1991 von der Geologisch-Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft anläßlich des 135. Geburtstages des Heimatdichters herausgegeben wurde.
HWS